Der Gletschergarten

In der Eiszeit wälzte sich der riesige Saalachgletscher von Zell am See über Lofer nach Bad Reichenhall und verband sich mit dem Salzachgletscher. Ein Arm trennte sich bei Schneizlreuth und benutzte die Senke zwischen Müllnerhorn, das heutige Weißbachtal, und zog über Weißbach nach Inzell gegen Norden. Der Gletschergarten ist ein geologisches Schaustück ersten Ranges. Beim Bau der Deutschen Alpenstrasse wurde er erschlossen und zugänglich gemacht. Er ist ein würdiger Bruder des berühmten Gletschergartens in Luzern und hat in den Ostalpen nicht seinesgleichen. Die wesentlichen Schaustücke sind: Gletscherschliffe, Riesentöpfe und erratische Blöcke (Findlinge).

Am Gletschergarten kann man die Arbeit des Gletschers sehr gut beobachten. Die Entstehung der Riesentöpfe ist geologisch so zu erklären: Im Sommer taut der Gletscher oberflächlich auf, das Wasser stürzt durch die Spalten in die Tiefe. Wenn die Spalten rund sind, ergibt sich eine wirbelnde Bewegung des Wassers, eine Gletschermühle. Es entsteht so ein zylindrisches Loch im Gletscher, das bis an den Boden reichen kann. Sehr verstärkt wird diese Bewegung, wenn ein Stein in diesen Strudel kommt. Dann bohrt sich der Stein unter Umständen tief in den Felsen hinein, so daß Töpfe von manchmal 1 Meter Durchmesser entstehen.

Oberhalb vom Gletschergarten führt der Wanderweg lnzell-Falkenstein-Weißbach vorbei.